Italien und die Adria

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Mein erster Flug seit etwa 10 Jahren brachte mich von Frankfurt-Hahn etwa in die Mitte von Italien. Keine 2 Stunden Flug und schon hat man Palmen vorm Auge, während im Horizont schneebedeckte Berge auf einen Warten – Willkommen in Pescara, Abruzzen!

Serdar und die Jungs von photographercrossing.com haben hier unten eine echte Perle entdeckt, traumhafte Landschaft, freundliche Italiener und unglaublich geiles Essen. Zusammen mit 4 weiteren Mitstreitern haben wir Abruzzen aber erstmal verlassen und sind weiter nach Süden geflitzt, nach Peschici und Vieste in Apulien. Hier herrschte trotz Vorsaison schon richtig gutes Badewetter mit blauem Himmel, warmen Wasser und schönen Italienerinnen.

Strandbar bei Nacht
Strandbar bei Nacht

Auf den Weg nach Süden folgten wir, kurvenreich und mitunter sehr gefährlich der Küste. Die Italiener haben halt einen anderen Fahrstil. Die erste Location war der Ort Peschici mit wunderbarem Strand und einer Stadt auf der Felsklippe dahinter. Hier schauten wir uns Tagsüber kurz um und entschieden uns an diesem Strand, Abends die ersten “richtigen” Bilder zu machen.

Vorher noch kurz nach Vieste, in unserem Hotel für die ersten Tage einchecken, natürlich nicht ohne Kaffeepause ;-)

Das ausgesuchte Hotel lag mitten in der malerischen Innenstadt, direkt auf einer Klippe. Das heißt: kein gescheiter Parkplatz aber Balkonaussicht auf die Adria! Schnell noch  lecker Pizza mit Getränken für 6 Leute, Spottbillig für 25,-€ und auf ging es zum Fotografieren.

Sterne über dem Meer
Sterne über dem Meer

Yeah! Meer unterm Sternenhimmel und Felsen, die von der gegenüberliegenden Stadt angestrahlt werden. Ich glaub mein bisher einziges Vorzeigbares Bild mit ISO 1600 an der Canon 500D, aber auf der Tour nicht mein letztes.

Die erste Nacht war brutal kurz, 3,5 Stunden Schlaf  aber was tut man nicht alles für gute Bilder. Um Vier Uhr also raus aus den Federn, die Felsenklippe hinunter und Et voilà -

Morgenstimmung Adriaküste Vieste
Morgenstimmung Adriaküste

Die Stadt zur Morgendämmerung! Die Fischer waren auch schon unterwegs und schmissen uns zur Belustigung einen kleinen Oktopus auf den Felsen. Dann ging es durch das warme Wasser direkt wieder ins Hotel. Dort duftete es schon lecker schlecker nach frischen Croissant. Nachdem wir den fehlenden Schlaf von letzter Nacht nachgeholt hatten und uns vor der Siesta noch mit Pasta eingedeckt hatten, Ging ein jeder auf Entdeckungsreise durch die engen, wunderbar windigen und angeehmen Winkel der Altstadt von Vieste.

schwarz/weiß Bild Vieste
Gassen von Vieste

Am Späten Nachmittag, als die Geschäfte wieder öffneten, und sich die Straßen wieder mit Leben füllten, ging es in einen kleinen Supermarkt – lokale Spezialitäten einkaufen! Aber zuerst musste man an der Theke eine Nummer ziehen – unser Italienisch sprechender Mitreisender Raik, bestellte uns Schinken, Käse und 1 Kg Brot, aus den anderen Regalen folgte noch Wein, Tomaten und Oliven in den Einkaufskorb.

Mit dem wohl ältesten Boot im Hafen setzten wir auf eine, nur von Möwen und zwei Hasen bewohnte Insel über. Vom Stadtstrand sah die Insel nach nichts aus, Vorort war sie übersät, mit in voller Blüte stehenden Blumen. Die Möwen kreisten lautstark um den Leuchtturm,  das Licht der langsam untergehenden Sonne und die Meeresluft zauberten, bei jedem von uns schnell dutzende gute Bilder auf den Sensor.

Leuchtturm Vieste
Leuchtturm Vieste

Nach getaner “Arbeit” nahmen wir uns die Campingstühle die am Leuchtturm standen und genossen unsere Mitbringsel. Vieste hüllte sich langsam aber sicher ins Nachtkleid ein, während bei uns das erste Gruppenbild anstand. Den Augenblick tief eingebrannt in unser Gedächtnis holte uns das kleine Fischerboot zum Glück auch wieder ab. Die Besatzung war auch gleich angetan von unseren Bildern und wollte uns dann sogar ins Hotel zurückfahren. Das haben wir zum Glück dankend abgelehnt und sind zur sehr belebten Küstenpromenade mit Stativ in der Hand und Rucksack auf dem Rücken einen Kaffee trinken gegangen. Alter Schwede, hier war vielleicht was los – jeder war in seinem guten Zwirn auf der Straße und jeder kannte anscheinend jeden. Man Flanierte, genoss Eis, Kaffee und Abendessen und saß in kleinen und großen Runden zusammen und erzählte über dies und das. Wahre Volksfeststimmung nur das es ein ganz normaler Abend war. Sattgesehen von den schönen Italienerinnen ging es durch die beleuchteten kleinen Gassen zurück ins Hotel. *Kling* *Kling* weckte uns der Wecker aber gleich wieder gegen 4 Uhr – auf zu neuen Sonnenaufgangsbildern. Erst noch ein paar Fotografien mit dem Portier ausgetauscht und runter zur Strandpromenade. Dort, wo gestern die ganze Stadt versammelt war, waren jetzt nur Serdar, Christian, ich und das Meer.

Wrack vor Kirche
Wrack vor Kirche

Direkt am Strand lag seit etwa 100 Jahren ein Wrack im Wasser und rottet vor sich hin – aus jedem nur erdenklichem Winkel machten wir von dem Teil Bilder, während am Horizont die Sonne aufging. Schließlich hatten wir die Bilder im Sack und setzten uns mit einer Dose Red Bull noch etwas auf die Bank an der Promenade und Quasselten etwas.

Zurück im Hotel lag schon wieder der verführerische Duft in der Luft, der andere Truppenteil war auch schon beim Essen. Nun noch etwas gedöst, die Stative von Salzwasser gereinigt ab ins Auto wieder nach Norden. Gleich am Ortsausgang einen Trabucco bei Wellengang und blauem Himmel mitgenommen. Weiter nach Peschici um in einer Strandbar Bruschetta zu essen. Man war das Lecker, Frisch geröstetes Brot, belegt mit richtigen Tomaten, Ruccula, eingelegten Partyzwiebeln, Artischocke, Oliven (nagut die waren nicht mein Ding), die anderen hatten noch Schinken oben drauf.  Das Wetter sollte sich von nun an merklich ins schlechtere Wandeln, hatten wir beim Esser zwar schon Wind aber noch Sonne,  weiter nördlich war es nur noch grau in grau, dafür aber imposantem Wellengang.

Trabucco
Trabucco bei Sturm

Nachdem wir nach vielen hässlichen Hotelbauten am Strand endlich Fossacesia erreichten zeigte das Wetter weiter auf Sturm. Kurz unser Fotoziel angesehen, eins – zwei Bilder aus der Hand gemacht und ins Hotel eingecheckt. Wir waren zwar  alleine dort, man gab uns trotzdem Zimmer mit Blick auf die Klima/Heizungsanlage. Zum Abendessen ging es in ein unscheinbares lokales Restaurant – dort gab es für mich die geilste Pizza des Jahres, Jahrzehnts? Auch wenn es eigentlich nur ne Schinkenpizza war. Von der Karte hab ich eh kaum was verstanden. Von Nebenan noch die Muscheln probiert, natürlich erst aus der Schale geholt. Nach dem essen ging es zurück ins Hotel mit der wagen Hoffnung auf Wetterbesserung. 4 Uhr – der Wecker klingelt, ein Blick raus aus dem Balkon – es regnet – zurück ins Bett mal ausschlafen.

Nach dem Frühstück raus, getankt (Benzin für ~1,80€, Diesel 1,60€) ging es in die größte Stadt der Gegend Pescara – ein paar Runden durch die volle Innenstadt hatte das Navi dann ein Einkaufszentrum auf der grünen Wiese auf dem Radar. Espresso getankt kauften wir für Mittag wieder köstliche Lebensmittel im Supermarkt, ich nahm noch Senf für meinen Vater mit und auf ging es in die Höhenlagen von Abruzzen, ebenfalls wunderbar, einsam und noch eine schippe besseres Essen. Aber dazu erst später muss noch Bilder sichten und Ihr könnt hier noch viele weitere Bilder aus Vieste von der Adria bestaunen.

4 Antworten

  1. Wahnsinns-Bilder teilweise! Sowas sehe ich mir sonst nur im DigitalPhotographer an. Die Wasser-Bilder mit der tiefen Perspektive gefallen mir am besten. Da passt Schnitt, Bildaufbau usw.. Auch die verschlafenen Gassen sind super eingefangen!

    Gruß, Ralf

  2. Traumhafte Aufnahmen. Besonderes Highlight: Wrack vor der Kirche. Alle Bilder haben eine unglaubliche Wirkung und Atmosphäre.
    TOP!
    Gruß Peter

  3. Hallo Steffen,

    schön wieder einmal tolle Bilder von Dir zu sehen. Die Nachtaufnahmen und überhaupt die bisher gezeigte Ausbeute ist echt schwer beeindruckend. Das hat mittlerweile bereits den Charakter eines Profifotografen. Ich finde jedenfalls überhaupt nicts mehr zu bemängeln,sondern bin nur noch am Staunen, wie sich dein Fotografie- Stil entwickelt hat. Kann also nur sagen: weiter so. Ich denke Du hast auf dem Gebiet echt eine Zukunft.
    Viele Grüße Ronald

  4. […] Ich hab euch hoffentlich nicht zu lange warten lassen nach dem letzten Artikel über Italien und die Adria? […]

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