Eingeschneit auf den Lofoten – Teil 2

Bootssteg

Bootssteg

Weiter geht es genau da wo es im 1. Teil des Reiseberichts aufgehört hat, nur am nächsten Morgen. Wir sind also wieder an diesen Caravan Campingplatz gefahren in der Hoffnung auf ein Sonnenaufgang. Die Kameras positioniert gab es mal wieder nur Wolken, die aus nördlicher Richtung mit Schnee im Gepäck zu uns zogen. Das obige Bild ist trotzdem sehr ansehnlich gewunden, Licht ist vielleicht doch nicht alles, oder liegt es an der langen Belichtung?

Nun ja, vom Rest des Tages sind keine weiteren Bilder entstanden, es wird wohl den ganzen Tag geschneit haben.   Dafür ging es am am 31. März dann durch bis zum 1. April. Daheim haben wir uns in Google-Earth ein paar Nadeln gesetzt, von Orten, die wir ansteuern wollten. Eine davon war bei mir die Bucht beim Ort Maerevoll. Dort fanden wir eine für mich traumhafte Bergkulisse vor. Das Bild zeigt praktisch den Blick auf die Nordostküste der Lofoteninseln.

Maersvollspollen

Maersvollspollen

Als wir dort so standen rauste vom gegenüberliegenden Berg plötzlich eine Lawine den Steilhang hinunter. Ich hatte zum Glück die Kamera noch in der Hand und konnte mit dem Teleobjektiv das ganze in einigen Bildern festhalten.

Lawine

Lawine

Weiter ging es dann durch einen Tunnel eine Bucht weiter nördlich nach Unstad – offensichtlich ein Mekka für Surfer!

Surfer

Surfer

Die Surfer hatten sogar einen professionellen Kameramann dabei und im Dorf gab es eine Unterkunft, wo an der Hauswand die Skier neben den Surfbrettern getrocknet wurden – ein echt merkwürdiger Anblick. Der einsetzende Schneefall trieb uns schließlich weiter in eine andere Bucht, wo wie bereits die ersten Tage waren nach Uttakleiv. Diesmal war zeigt sich dort zumindest für ein paar Minuten die Sonne, es gab aber auch einen Hagelschauer den wir am Ufer über uns niederprasseln ließen.  Hier mal nur ein “Übersichtsbild” welches dort am Rastplatz entstanden ist.

Uttakeiv

Uttakeiv

Für die Nacht sagte uns der Wetterbericht klare sicht auf die Sterne hervor und so fuhren wir an einen flachen Strand nach Flackstad. Dort gab es für jeden ein Keks (man hier gibt es leckere Blaubeerkekse ;-)  ), dann gab es als Ostergeschenk mein erstes Polarlicht am Himmel.

Polarlicht der erste Versuch

Polarlicht der erste Versuch

Oben mein wirklich aller erstes Bild, des Himmelphänomens. Kurz darauf wurde es stärker wie man auf folgendem Bild unschwer erkennen kann.

Polares Lichtspiel

Polares Lichtspiel

Die Stärke von Polarlicht wird auf einen Skala von 0 bis 10 eingeteilt, wir hatten es dort nur mit Stärke 2 zu tun. Die Intensität ließ dann auch wieder nach – wir verbrachten trotzdessen noch einige Stunden am Strand in der Hoffnung auf einen weitere stärkere Sichtung. Aber nichts da. Allgemein muss man sagen das man, zumindest bei dieser Stärke das Polarlicht nicht so intensiv wahrnimmt wie auf den Bildern, es ist deutlich blasser – aber es tanzt über das Firmament wie Wind in einem Bühnenvorhang.

Da unsere Unterkunft gut 2 Stunden fahrt entfernt war und es sowieso schon mitten in der Nacht war, harrten wir etwa 2 Stunden im Auto aus und versuchten unser Glück noch einmal am eingangs bereits erwähnten Campingplatz zum Sonnenaufgang.

traumhafte Lofoten

traumhafte Lofoten

Alle guten dinge sind bekanntlich drei und so zeigte sich diesmal tatsächlich die Sonne und beschien die Berggipfel. Diesen etwas höheren Standpunkt musste ich mir hart, in etwa 10 Minuten aufstieg und Schnee zusammennstampfen erkämpfen. Hat sich aber eindeutig gelohnt – mit dem für mich charakteristischstem Landschaftsbild, mit Bergen, Wasser und diesen roten Häusern gepaart auf einem Bild mit bester Lichtstimmung.  Den rest des Tages haben wir dann Kräfte gesammelt für den nächsten Tag, dazu aber die Tage mehr.

Eingeschneit auf den Lofoten – Teil 1

Im vergangen Juni führte ein Kommentar im Dslr-Forum dazu, das ich durch 3 aus Fotoworkshops bekannte Fotografen angeschrieben wurde (Mathias U., Andre K., Christian G.) , das sie doch gerne mitwollen – auf nach Norwegen auf die Inselgruppe der Lofoten und Vesteralen.  Mit dem 4. Mitreisenden, Martin hatte ich die Tage zuvor schon über einen möglichen Trip auf die Lofoten geliebäugelt und somit war die Truppe vollständig.

Eiszapfen an unserem Ferienhaus

Eiszapfen an unserem Ferienhaus

Nachdem wir uns im Spätsommer alle in Erfurt gegenseitig kennenlernten sprang auch keiner mehr ab und die Vorfreude wuchs, erst von Monat zu Montag schließlich von Tag zu Tag. Bis es am 27. März  soweit war, mein bisher längster Fototrip über 2,5 Wochen und der erste Besuch in Skandinavien sollten beginnen. Die Anreise mit Auto, Zug und Flugzeug bis nach Oslo klappte wunderbar. Dort wurde Martin und ich von den 3 Anderen schon wartend in Empfang genommen. Die Sonne schien in der Flughalle auf unser Haupt, das man fast an Sommer denken konnte. Wir aber waren Dick bepackt. Merino Socken, Winterstiefel, Fleecejacken, Parkas, Daunenjacke, Sturmhauben und Handschuhe füllten unser Gepäck auf. Wir hatten wohl alle etwas Übergewicht bei unserem Gepäck aber die Fluglinien waren gnädig mit uns.

Der Weiterflug von Oslo zum Flughafen Evenes beinhaltete meine bisher spektakulärste Lichtshow während eines Fluges. Den am Landeort war die Sonne am Untergehen und schien zwischen den Wolken vereinzelt die Berge und Fjorde an – eine echt gute Begrüßung. Mit der Landung setzte dann der Schneefall ein. Unseren Mietwagen, der mit laufendem Motor offen auf dem Parkplatz stand stopften wir mit unserem Gepäck voll und auf ging es zwei Stunden durch den Schnee zu unserem Ferienhaus, in die Häuseransammlung Higrav.

Das Haus stand ebenfalls offen, der Vermieter war selber seit ein paar Tagen im Urlaub – offensichtlich gibt es hier keine Langfinger. Wir haben nur kurz das Gepäck aus dem Auto ins Haus gestellt und sind weiter nach Svolvaer um noch etwas einzukaufen. Zu unserem Glück war dort gegen halb 11 Abend auch noch ein Landen auf. Am darauffolgenden Gründonnerstag ist in Norwegen Feiertag gewesen und wir ohne großartige Lebensmittel auch für den Freitag echt aufgeschmissen gewesen.  Unsere erste Shoppingtour hat uns über 1000 Norwegische Kronen gekostet. Der Wechselkurs liegt etwa bei 1 zu 7,4 zum Euro.  Das doppelte oder dreifache von dem was man für das Essen in Deutschland gezahlt hätte.

Zurück im Haus machten wir neben Bett bauen und einen Happen essen nicht mehr viel, der Tag war auch schon vorbei.

Am darauffolgenden Tag hieß es also Inseln erkunden! Die Berge und Fjorde zu bestaunen und sich über das Wetter und die ganzen Schneemassen erstmals zu ärgern ;-)

Wellenbrecher bei Uttakleiv

Wellenbrecher bei Uttakleiv

Unser erster Ausflug führte uns an den Strand von Uttakleiv, ein sehr oft fotografierter Strand, da er sehr abwechslungsreich ist und je nach Tidenstand ein anderes Aussehen  zeigt. Beim Einparken noch komplett von der Sonne beschienen, zogen Wolken vom Ozean aufs Land. Die Wellen taten ihr übriges und so konnten wir die stürmende See recht gut einfangen.

Dünengebilde bei Eggum

Dünengebilde bei Eggum

Weiter ging zum kleinen Ort Eggum. Hier kannte ich  von Bilder bisher nur das kleine Leuchtfeuer (winzige Leuchttürme die an der ganzen Küste zuhauf verteilt sind) vor tropisch blauen Wasser. Bei uns war leider nix mit Tropenstimmung der Schnee hatte den Strand leider komplett zugeschneit. So richtete ich die Kamera halt auf ein paar andere Motive, wie die gegenüberliegende Bergkette, oder unsere Spuren im Schnee.

Schneespuren

Schneespuren

Die Sonne haben wir an diesem Tag nicht mehr gesehen, sie hat uns am Folgetag gegen Mittag aber wieder aus dem Haus gelockt. Wir erkunden einige Buchten und Strände bis wir schließlich auf dem Weg nach Henningsvaer einfach an der Straße anhalten und hinüber zur anderen Insel ein paar sonnige Bilder zu machen.

Blick auf Vestvagoy

Blick auf Vestvagoy

Wolken und Bergfront

Wolken und Bergfront

Schließlich machten wir uns auf in den Ort Henningsvær. Dieser liegt auf kleineren Inseln direkt vor der großen Hauptinsel Austvågøy und ist über zwei Brücken erreichbar.  Dort hatte ich meinen ersten Kontakt mit dem allseits bekanntem Trockenfisch – ein wahrhaft schrecklicher Duft!

Da hindurch?

Da hindurch?

Sonnengetrocknet

Sonnengetrocknet

Im Hafen bauten wir unsere Stative auf, schnallten die Kamera drauf und hatten gerade mal zeit für ein Bild in dem die Berge noch von der Sonne angeleuchtet wurden.  Wir erkundeten dann noch etwas die Insel, ehe wir uns vor einer mächtig dunklen Wolkenfront mit starkem Schneeschauer im Gepäck wieder ins Auto begaben.

Fotografenflucht

Fotografen auf der Flucht

Auf dem Heimweg brach der Himmel nochmal kurz auf und wir fanden eine kleine Bucht mit Camping- bzw. Caravanplatz den wir insgesamt 3 Mal besuchten. Ich hab dort bei Ebbe folgendes grandioses Motiv vom 942 Meter hohen Vågakallen gefunden.

Sandvika Fjord

Sandvika Fjord

Der erste Eindruck von der Inselgruppe: grandiose Landschaft, sehr abwechslungsreiches Wetter und die wohl schlimmsten winterlichen Straßenverhältnisse die man sich vorstellen kann – zum Glück mit Spikes an den Reifen Meisterbar. Im Zweiten Teil geht es nächste Woche genau an dieser Foto-Location weiter.

Winter im Thüringer Wald

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Bevor am 28. Januar tropische Luftmassen bei uns eindrangen hab ich die letzte (?) Gelegenheit genutzt um ein paar wirklich eisige Winterbilder im Thüringer Wald einzufangen. Die Nacht zuvor ist das Thermometer unter -10°C gefallen und führte zusammen mit Nebel oder tiefhängenden Wolken zu schönen Eisbildungen an den Ästen und Zweigen der Bäume.

kleine Hütte am Waldrand

kleine Hütte

Auch als ich gegen 10 Uhr an der Bergstation der Oberweisbacher Bergbahn ankam zeigte mir das Thermometer im Auto eine -9! Dick eingepackt machte ich mich bergab an die Strecke der Bergbahn, die auch gleich ihre Fahrt ins Tal aufnahm.

Oberweisbacher Bergbahn

Oberweisbacher Bergbahn – Bahn 1

Die Bahn fährt alle halbe Stunde. Dabei startet von oben und von der Talstation je ein Wagen, der sich in der Mitte der strecke kreuzen. Für mich Gelegenheit  nach einem Bild der abfahrenden Bahn einen neuen Standort für die Bergfahrt zu suchen und den zweiten Wagen aufs Bild zu nehmen.

Oberweisbacher Bergbahn Wagen 2

Oberweisbacher Bergbahn Wagen 2

Wagen kurz vor der Bergstation

Wagen kurz vor der Bergstation

Entlang der Strecke war ich im 10-20cm hohen Schnee der erste, einzig ein paar Tierspuren kreuzten meinen Weg durch den Wald.
Nach etwa 1 1/2 Stunden der Ruhe im Wald neben der Eisenbahnstrecke – in denen es nur anfangs an den Fingern etwas kalt war rief mich das Mittagessen zurück in wärmere Gefilde.

Abendstimmung über dem Thüringer Wald

Abendstimmung über dem Thüringer Wald

Am Abend bin ich dann nochmal auf den Bergkamm zwischen Rinne- und Schwarzatal in der Hoffnung auf etwas Lichtstimmung zum Sonnenuntergang. Den seit einer gefühlten Ewigkeit hatte sich an diesem Tag die Sonne mal wieder in ihrer ganzen Pracht gezeigt. Mein Karma versagt mal wieder, den zum Sonnenuntergang schieben sich erst Schleierwolken, schließlich richtige Wolken vor die Sonne. Ein paar Farben gab es trotzdem am Himmel und für den Rest reichte der zauberhaft vereiste Winterwald.

Eisiger Hochstand

Eisiger Hochstand

USA: Zur Ostküste – Acadia Nationalpark

Knapp 500km liegen vor uns, um von Vermont zur Ostküste zum Acadia Nationalpark zu kommen.  Noch vor Sonnenaufgang brechen wir auf, zuerst auf der Interstate 93 nach Norden, Tanken und dann mit dem Highway 2 in den Osten. Wie gewohnt gibt es keinen sichtbaren Sonnenaufgang. Es Dämmert einfach nur. In der Tanke, welche wir bei verlassen der Interstate aufsuchen werden wir von 2 Kerlen merkwürdig beaugt, die junge Frau an der Kasse hat ihre Leute aber gut im Griff und wir gönnen uns paar Happen bzw. Kaffee. Die Straße weiter finden wir schließlich unser Frühstück, bei einer Familie in der Wohnstube, so scheint es zumindest. Echt Hausmannskost aber für meinen Geschmack mit viel zu süßem Sirup/Marmelade. Hätte ich nur lieber was herzhaftes bestellt. Die Familie ist sehr nett und auch der Wachhund hält dank Leckerli für ein Gruppenfoto her.

Weiter geht es im Auto vorbei an  Santa’s Village, einen Einkaufs-, und kleinen Vergnügungspark mit riesigen Weihnachtsmannfiguren und Orten wie Six Gun City. Wir halten Ausschau nach Elchen oder Beeren, aber nichts ist zu sehen. So machen wir einige Kilometer, quer durch den herrlichsten Herbstwald. So was buntes, wie im Gebiet von Mt.Washington hab ich bisher nicht gesehen – leider regnet es. Kurz erspähen wir eine amerikanische Dampflok , viele schöne Häuser und ein skurriler Totempfahl aus Elchgeweihen. Schließlich kommen wir am größten Wasserfall östlich der Niagarafälle vorbei und machen rast. Der Regen hat aufgehört und einige Laubbäume spiegeln sich wunderbar im angestauten Wasser.

Herbstpracht

Herbstpracht

Hier Treffen wir auch deutsche Touristen, die mit einem roten Bus, in dem man auch Schlafen tut das Land bereisen. (Das Bild ist leider auf meinem Handy) Als auch noch ein Paar Nonnen aussteigen machen wir uns wieder auf den Weg, sind noch gut 2 Stunden vor uns.   Schließlich verlassen wir New Hampshire und kommen nach Main. Hier werden wir den Großteil der Reise verbringen. Als wir uns der Küste nähern trauen wir unseren Augen nicht – Sonne macht sich am Himmel breit. Wir steuern diese schöne kleine Brücke, direkt am Straßenrand an und versuchen uns mit verschiedenen langzeitbelichtungen um das Laub in Bewegung einzufangen, oder um ein Reh zu knipsen ;-)

Wir kommen schließlich bei unserer Unterkunft für die nächsten Tage an. Sie liegt direkt am Meer und einem Moor. Zu unserem Glück ist der Besitzer ein Fotograf der gleich mit den passenden Tipps für eine Sonnenuntergangslocation raus rückt. Er sagt uns aber auch, das das Motiv der Gegend, der Bass Harbor Leuchtrum noch eingerüstet ist.

Kurz die Zimmer begutachtet und auf zum Fotografieren, die Sonne lacht. Jetzt zeigt sich das es gut war in aller frühe Vermont zu verlassen. Wir fahren die Küste entlang, das Moor, welche vom Regen so getränkt ist das es überquillt auf der einen und der Atlantik auf den anderen Seite. Wir schnappen uns die letzten zwei Parkplätze und ab geht es einen Weg zum Meer hinaus. Die Küste ist mit roten Steinblöcken übersät, ein kurzer Rundumblick und ein jeder ist schon am fotografieren.  Serdar hat seine Kopfhörer auf und grinst vor sich hin, endlich ein Sonnenuntergang der seinen Namen auch verdient hat.

Möwe vor Welle

Möwe vor Welle

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach Sonnenuntergang erleuchtet der Vollmond unser Bild und so bleiben wir eigentlich viel zu lange hier.

Baum im Vollmondlicht

Baum im Vollmondlicht

Zurück geht es durch den finsteren Wald, wo wir kurz vor dem Parkplatz auf einen Frosch und auf Rehe treffen. Jetzt aber was Essen denken wir uns. Es ist etwa um 9 Uhr und alle Geschäfte haben schon zu, wir fahren 30km weit um bei einem Dennys (Fastfoodkette) noch etwas Warmes aber auch recht gutes Essen zu bekommen. Hier kann man sich seine Bürger nach Wunsch zusammenbauen und die Kellnerin ist eine klasse für sich ^^. Wir beschließen, da der Tag sehr anstrengend war morgen mal auszuschlafen. Im Nachhinein betrachtet ärgere ich mich etwas über diese Gruppenentscheidung, den wir verpassen einen der wenigen Sonnenaufgänge. Zum Frühstück treffen wir die wohl berühmte Hauskatze Speedbomb. Die hat eine eigene Pinnwand für Fanpost. Das Frühstück ist hier weit besser als im Super 8 Motel.

Leuchtrum Bass Harbor mit Gerüst

Leuchtrum Bass Harbor mit Gerüst

Wir Fahren kurz zum Leuchtturm um einen Eindruck und eventuell schon einen Stativstandpunkt auszumachen. Nur, das hier noch niemand am Gerüst zu gange ist beunruhigt uns. Weiter geht es ins Marschland, hier fühlt man sich nach Kanada versetzt. Eigentlich ist das auch gar nicht so weit entfernt nur ~200km Luftlinie. Wir verbringen hier recht viel Zeit, den so ein Motiv gibt es Daheim nicht und eine Gruppe Schüler auf Kajaks bringen nochmal neue Bildmöglichkeiten.

Marschland

Marschland

Schließlich greife ich zum Handy um ein Video vom Ort zu machen – aber es ist Weg! Nichts ist in der Hosentasche, nichts im Rücksack, nichts im Auto. Aber ich weiß, das ich es noch hatte als wir hier angehalten sind. Eine Suche Vorort mit Versuch es anzurufen bleibt erfolglos. Ich hab es wohl verloren als ich über die Leitplanke gestiegen bin. Wir ziehen weiter, es gibt mehr zu sehen als wir Zeit hätten – meine Stimmung ist jedoch im Eimer. Wir decken uns an einer Tanke mit den notdürftigsten Lebensmitteln ein, falls es abends wieder länger dauert. Als ich an der Kasse mit einem paar Bananen stehe, weiß die Verkäuferin nicht einmal was sie mir berechnen soll – anscheinend kaufe ich die Deko.  ;-)

Weiter geht es zum Indian Summer wie wir ihn uns vorgestellt haben:

Indian Summer

Indian Summer

Hier direkt an der Hauptstraße so ein Motiv. Wir 6 mit unseren Stativen fallen da natürlich auf und so halten allerhand andere Touristen an um auch ein Bild mitzunehmen oder mit uns ins Gespräöch zu kommen. Auch einen Deutschen, etwa in meinem Alter treffen wir hier. Von den Farben geblendet geht es ein Stück weiter bis wir Qualmende Töpfe am Straßenrand sehen –  Lobster Grill. Das heißt Hummer frisch und so billig wie sonst nirgends.

mein erster Hummer

mein erster Hummer

Nach einer Essensanleitung auf englisch geht es los, jeder hat ein Lätzchen bekommen und einen Nussknacker. Hier muss man sich das Essen halt erarbeiten. Ich bin wie üblich der letzte aber so kann ich den anderen abschauen wie man das Ding am besten knackt und isst. Dazu gibt es Weißkrautsalat, sehr leckere Pommes (nicht das 0815 Zeug) und einen Maiskolben samt Getränk für etwa 15$.

Weiter geht es im Nationalparkgebiet über eine Rundstraße. Wir halten an der Küste an einer Touristenattraktion. Hier ist die Küste so geschaffen, das die Welles in eine kleine Schlucht getrieben werden wo sie mit einem lauten dumpfen Ton gegen die Wände prallt. Jedoch nur bei entsprechender Wellengröße.

Thunder Hole

Thunder Hole

Als ich so über die Felsen klettere fliegt eine Möwe über mich hinweg und lässt etwas auf die Steine fallen. Sie knackt sich so einen Seeigel und setzt sich anschließend thronend auf einen Felsen nah am Meer. Dort bleibt sie nicht unbemerkt – Oskar schafft es so nah an den Vogel ran zukommen, das er ihn Bildfüllend mit einem 35mm Weitwinkel (Vollformat) fotografieren kann. Auch als ich mich nähere zeigt das Tier keine Scheu.

Möwe

Möwe

Schließlich geht unsere Fahrt weiter mal mit tollen Küstenausblicken, mal durch verwunschene Wälder. Da sich nun der Sonnenuntergang nähert geht es zum Leuchtrum. Vorort mussten wir leider feststellen, das dieser noch eingerüstet ist. Als wir trotzdem kurz zur Küste runter sind erblicken wir trotz Gerüst dutzende mit Stativ ausgerüstete Fotografen und doppelt so viele andere Touristen. Scheint ein Top Spot zu sein hier. Für uns ist jedenfalls kein Platz mehr und das Gerüst stört ja so oder so. Zurück am Parkplatz beginnt die Show am Himmel, feuerrote Wolken über unseren Köpfen. Etwas ratlos wohin sind wir noch kurz zu der Stelle gefahren, an der mein Handy liegen müsste. Ich hab dort dann kein Foto mehr gemacht, wollte lieber nochmal losziehen und das Teil suchen. Ein kurzer Anruf auf meine Nummer – sofort kam das der Teilnehmer nicht erreichbar ist. Es hat also jemand gefunden. Mittlerweile weiß ich es auch ganz gewiss, denn die Leute haben sich bei einem meiner Kontakte, dem Martin per E-Mail gemeldet und nach einigem Hin und Her ist es nun auf dem Weg zurück zu mir.

Am Tag darauf haben wir wieder den Leuchtrum am Bass Harbor versucht, diesmal was das Gerüst soweit abgebaut, das es auf den Bilder nicht sichtbar ist. Weiterhin sind wir schon am frühen Nachmittag hier um uns die besten Plätze zu sichern und geeignete Perspektiven herauszusuchen.  Unsere Vorbereitungen waren Top – nur das Wetter ein Flop. Grauer Himmel weitgehend ohne Zeichnung mit leichtem Nieselregen vermasselten uns das Absolute Top Bild. Man muss dazu Wissen, das die Sonne in der Blickrichtung neben dem Leuchtturm untergegangen wäre und diesen noch rot angestrahlt hätte.

Bass Harbor Lighthouse

Bass Harbor Lighthouse

Kurz nach diesem Bild gab es Ärger. Erst mit der Küstenwache, die den Leuchtturm bewohnt und weil wir alle 6 nicht schnell genug seinen anweisungen gefolgt sind und das Gebiet verlassen haben hat er einen Parkranger gerufen. Wir hatten uns schon in zwei Gruppen aufgeteilt, 3 am Parkplatz 3 an der Küste, die 3 am Wasser mussten wir natürlich noch holen. Dann kam der Ranger in seinem Wagen angefahren, mit Scheinwerfer voll auf uns gerichtet und als er Stand noch Rundumleuchte. Ausgestiegen ist er erst als Andre K. und ich unsere Hände aus den Taschen genommen hatten. Er war aber dann ganz nett, hat sich unsere Geschichte angehört und gewartet bis wir vollzählig waren und abgefahren sind. Man hätte das Gebiet halt wirklich zu Sonnenuntergang räumen sollen so wie es auf dem Zufahrtsschild zum Leuchtturm stand. Dann hätte man aber diese Erfahrung nicht gemacht.

Sonnenaufgang hatten wir an diesem Tag leider vergeblich versucht, keine Sonne. Aber dafür ein paar Ruhige Bilder mit kleineren Fischerschiffen.

Am Leuchtturm vorbei

Am Leuchtturm vorbei

Zurück konnte ich, da ich nicht als Fahrer eingetragen war, Amerika im Vorbeifahren auf mich einwirken lassen. Gegessen haben wir in einem krachtvollen, weil recht guten Dinner. Das Teil hat wohl schon ein Jahrhundert auf dem Buckel gehabt, zumindest zeugten die Bilder an den Wänden davon. Für mich gab es eines der vielen Omlette auf der Karte.

Ja, das war es leider auch schon mit dem Nationalpark, am nächsten Morgen sind wir Richtung York die Küste entlang nach Süden gefahren.

USA im Staat Vermont

Vor einigen Monaten wurde ich überraschend von Serdar Urgulu angeschrieben, ob ich nicht mit ihm und ein paar anderen Fotografen rüber nach Neu England fliegen will um den Indian Summer und die Leuchttürme an der Ostküste abzulichten. Ein paar Tage ring ich mit mir, ob ich das machen soll oder wie grob geplant in die Dolomiten fahren soll. Nun ich hab mich für den Flug in die USA entschieden und 10 Tage mit Bettina, Oskar (www.uwafot.de) Andre A., Andre K. und Serdar in den Staaten Vermont, Main und Massachusetts verbracht.

Da es mein erster Besuch in den Staaten war prasselten viele neue Eindrücke auf mich ein. Da die anderen bei mir waren hab ich mich vorher auch kaum belesen, was den drüben “anders” ist als hier und mich einfach etwas überraschen lassen.

Wagen voll Kürbisse

Wagen voll Kürbisse

In Aller Frühe ging die Reise los, der erste Zug von hier nach Frankfurt, dann per Boeing 747-400 nach Boston. Dort die ersten 3 Jung getroffen und weiter zum Feierabendverkehr raus aus Bosten hoch nach Vermont zu unserem ersten Hotel. Zum Frühstück kamen die beiden Nachzügler hinzu und wir waren vollständig. Ein Blick aus dem Fenster verriet uns, das Laub ist wie erhofft wunderbar bunt nur der Himmel war bedeckt und es regnete. Also keine typischen Bilder der Gegend mit weißen Kirchen vor blauem Himmel sondern Bilder möglichst ohne grauem Himmel. Ziel war der Moss Glen Waterfall, auf dem weg dorthin viel uns allen eine alte Hühnerfarm auf, vor der hunderte Kürbis zum verkauf angeboten wurden – angehalten und die ersten Bilder gemacht.

Eggfarm mit Kürbissen

Eggfarm mit Kürbissen

Dabei gleich festgestellt, das die Amerikaner doch sehr gesprächig sind und freundlich sind.  Der Verkäufer kannte auch unser eigentliches Ziel und gab uns eine kleine Wegbeschreibung mit, mit der wir den Wasserfall schnell erreichten.

Panorama Moss Glen Wasserfall

Panorama Moss Glen Wasserfall

Am Wasserfall haben wir uns fotografisch ausgetobt und von fast jeder erdenklichen Position ein Bild gemacht. Dabei sind wir auch durch das kühle nass gestampft, jeder auf seine Weise ;-)

In der Zeit wurde der Wasserfall auch von vielen anderen Besucht, Serdar gab einem lokalen Fotografen hilfreiche Tipps  zum Bildaufbau, Histogramm, … und alle kehrten glücklich zu den Autos zurück. Der Abend näherte sich, irgendwo sollte eine dieser berühmten überdachten Brücken sein. Die fanden wir allerdings nicht, sondern verbrachten die letzten hellen Minuten in einem kleinen Sumpfgebiet. Lecker Pizza essen und zurück 2h ins Hotel. Am 2. Tag sah das Wetter immernoch gleich aus. Das Wettertool versprach 12 Minuten Sonne, den ganzen Tag über und tatsächlich, wir haben sie kurz gesehen als wir auf der Interstate unterwegs waren. Tagsüber haben wir und an einer Schlucht versucht, die allerding nur sehr schwer zu erreichen war, also etwas weiter unten den Bach abgelichtet bis es anfing zu regnen. Als uns gegen Abend die Sonne auf der Interstate anlächelte fuhren wir in Woodstock (nicht das, wo das Festival war) raus und suchten erneut eine dieser Brücken, laut Plan sollte die Stadt 4 Stück haben. Die erste War abgerissen, die zweite wurde gebaut aber Schließlich fanden wir in der Innenstadt die Middle Bridge.

Middle Bridge

Middle Bridge

Neben unseren 6 Stativen machten freilich auch dutzende andere Touristen und Fotografen halt. Aber bevor das Licht in der Brücke anging, war das Motiv ehr schwierig auf den Sensor zu bannen, deshalb bin ich einmal ums Karree und habe das ein oder andere Haus, welche allesamt hier sehr fotogen sind aufgenommen.

Haus in Woodstock

Haus in Woodstock

Den Tag beendeten wir mit einem Besuch im örtlichen Steakhaus. Für den 3. Tag stand auch schon die Weiterreise an die Küste an, dazu aber mehr im nächsten Blogeintrag.