Eingeschneit auf den Lofoten – Teil 1

Im vergangen Juni führte ein Kommentar im Dslr-Forum dazu, das ich durch 3 aus Fotoworkshops bekannte Fotografen angeschrieben wurde (Mathias U., Andre K., Christian G.) , das sie doch gerne mitwollen – auf nach Norwegen auf die Inselgruppe der Lofoten und Vesteralen.  Mit dem 4. Mitreisenden, Martin hatte ich die Tage zuvor schon über einen möglichen Trip auf die Lofoten geliebäugelt und somit war die Truppe vollständig.

Eiszapfen an unserem Ferienhaus
Eiszapfen an unserem Ferienhaus

Nachdem wir uns im Spätsommer alle in Erfurt gegenseitig kennenlernten sprang auch keiner mehr ab und die Vorfreude wuchs, erst von Monat zu Montag schließlich von Tag zu Tag. Bis es am 27. März  soweit war, mein bisher längster Fototrip über 2,5 Wochen und der erste Besuch in Skandinavien sollten beginnen. Die Anreise mit Auto, Zug und Flugzeug bis nach Oslo klappte wunderbar. Dort wurde Martin und ich von den 3 Anderen schon wartend in Empfang genommen. Die Sonne schien in der Flughalle auf unser Haupt, das man fast an Sommer denken konnte. Wir aber waren Dick bepackt. Merino Socken, Winterstiefel, Fleecejacken, Parkas, Daunenjacke, Sturmhauben und Handschuhe füllten unser Gepäck auf. Wir hatten wohl alle etwas Übergewicht bei unserem Gepäck aber die Fluglinien waren gnädig mit uns.

Der Weiterflug von Oslo zum Flughafen Evenes beinhaltete meine bisher spektakulärste Lichtshow während eines Fluges. Den am Landeort war die Sonne am Untergehen und schien zwischen den Wolken vereinzelt die Berge und Fjorde an – eine echt gute Begrüßung. Mit der Landung setzte dann der Schneefall ein. Unseren Mietwagen, der mit laufendem Motor offen auf dem Parkplatz stand stopften wir mit unserem Gepäck voll und auf ging es zwei Stunden durch den Schnee zu unserem Ferienhaus, in die Häuseransammlung Higrav.

Das Haus stand ebenfalls offen, der Vermieter war selber seit ein paar Tagen im Urlaub – offensichtlich gibt es hier keine Langfinger. Wir haben nur kurz das Gepäck aus dem Auto ins Haus gestellt und sind weiter nach Svolvaer um noch etwas einzukaufen. Zu unserem Glück war dort gegen halb 11 Abend auch noch ein Landen auf. Am darauffolgenden Gründonnerstag ist in Norwegen Feiertag gewesen und wir ohne großartige Lebensmittel auch für den Freitag echt aufgeschmissen gewesen.  Unsere erste Shoppingtour hat uns über 1000 Norwegische Kronen gekostet. Der Wechselkurs liegt etwa bei 1 zu 7,4 zum Euro.  Das doppelte oder dreifache von dem was man für das Essen in Deutschland gezahlt hätte.

Zurück im Haus machten wir neben Bett bauen und einen Happen essen nicht mehr viel, der Tag war auch schon vorbei.

Am darauffolgenden Tag hieß es also Inseln erkunden! Die Berge und Fjorde zu bestaunen und sich über das Wetter und die ganzen Schneemassen erstmals zu ärgern 😉

Wellenbrecher bei Uttakleiv
Wellenbrecher bei Uttakleiv

Unser erster Ausflug führte uns an den Strand von Uttakleiv, ein sehr oft fotografierter Strand, da er sehr abwechslungsreich ist und je nach Tidenstand ein anderes Aussehen  zeigt. Beim Einparken noch komplett von der Sonne beschienen, zogen Wolken vom Ozean aufs Land. Die Wellen taten ihr übriges und so konnten wir die stürmende See recht gut einfangen.

Dünengebilde bei Eggum
Dünengebilde bei Eggum

Weiter ging zum kleinen Ort Eggum. Hier kannte ich  von Bilder bisher nur das kleine Leuchtfeuer (winzige Leuchttürme die an der ganzen Küste zuhauf verteilt sind) vor tropisch blauen Wasser. Bei uns war leider nix mit Tropenstimmung der Schnee hatte den Strand leider komplett zugeschneit. So richtete ich die Kamera halt auf ein paar andere Motive, wie die gegenüberliegende Bergkette, oder unsere Spuren im Schnee.

Schneespuren
Schneespuren

Die Sonne haben wir an diesem Tag nicht mehr gesehen, sie hat uns am Folgetag gegen Mittag aber wieder aus dem Haus gelockt. Wir erkunden einige Buchten und Strände bis wir schließlich auf dem Weg nach Henningsvaer einfach an der Straße anhalten und hinüber zur anderen Insel ein paar sonnige Bilder zu machen.

Blick auf Vestvagoy
Blick auf Vestvagoy
Wolken und Bergfront
Wolken und Bergfront

Schließlich machten wir uns auf in den Ort Henningsvær. Dieser liegt auf kleineren Inseln direkt vor der großen Hauptinsel Austvågøy und ist über zwei Brücken erreichbar.  Dort hatte ich meinen ersten Kontakt mit dem allseits bekanntem Trockenfisch – ein wahrhaft schrecklicher Duft!

Da hindurch?
Da hindurch?
Sonnengetrocknet
Sonnengetrocknet

Im Hafen bauten wir unsere Stative auf, schnallten die Kamera drauf und hatten gerade mal zeit für ein Bild in dem die Berge noch von der Sonne angeleuchtet wurden.  Wir erkundeten dann noch etwas die Insel, ehe wir uns vor einer mächtig dunklen Wolkenfront mit starkem Schneeschauer im Gepäck wieder ins Auto begaben.

Fotografenflucht
Fotografen auf der Flucht

Auf dem Heimweg brach der Himmel nochmal kurz auf und wir fanden eine kleine Bucht mit Camping- bzw. Caravanplatz den wir insgesamt 3 Mal besuchten. Ich hab dort bei Ebbe folgendes grandioses Motiv vom 942 Meter hohen Vågakallen gefunden.

Sandvika Fjord
Sandvika Fjord

Der erste Eindruck von der Inselgruppe: grandiose Landschaft, sehr abwechslungsreiches Wetter und die wohl schlimmsten winterlichen Straßenverhältnisse die man sich vorstellen kann – zum Glück mit Spikes an den Reifen Meisterbar. Im Zweiten Teil geht es nächste Woche genau an dieser Foto-Location weiter.

6 Responses
  1. Wunderschöne Impressionen und spannend geschriebene Reise-Reportage. Macht wirklich Lust auf mehr. Gut dass Du die Sache auf mehrere Folgen angelegt hast. Das wird ansonsten einfach zu viel für den Leser. Ich für meinen Teil bin sehr gespannt auf die Fortsetzung. Die Fotos sind erste Sahne mit Steigerung in Richtung Bild Nummero 10- das ist die Krönung. Viele Grüße Ronald

    1. Steffen

      Danke, die Frage ist aber nicht leicht zu beantworten. Wenn du Polarlichter sehen willst, bietet es sich an im Herbst/Winter bis 15.4. zu fahren, sonst ist es dafür zu hell. Wenn du mehr auf Wanderungen stehst und abseits der Straßen unterwegs sein willst eignet sich der Sommer mehr. Als ich oben war, lag zu viel Schnee um unbeschadet auf irgendeinen Berg zu gehen.

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