Tipps für gute Herbstbilder

Nebelzauber – schlechtes Wetter für Fotos nutzen!

Gerade die frühen Morgenstunden im Herbst haben ihren Reiz, den dann liegt die Landschaft oft unter einer Nebeldecke, oder der Boden wird von Nebelschwaden überzogen, das nur die höchsten Bäume und Berge herausschauen. Genau dann lohnt es sich hinauszugehen um stimmungsvolle Bilder von einem erhöhten Standpunkt aus einzufangen.

Burg Greifenstein über dem NebelmeerDer Nebel zaubert an Pflanzen, Blätter oder Spinnennetze über Nacht viele kleine Tautropfen, die sich sehr gut als Motiv eignen.

Tau am Spinnennetz

Dabei muss man nicht immer den Wecker stellen, das folgende Bild ist beispielsweise kurz nach 10:00 Uhr entstanden. Erst zu dieser Zeit hatte sich die Sonne erfolgreich durch den Nebel gekämpft und ich konnte im Wald dank der restlichen Luftfeuchte die Sonnenstrahlen förmlich einfangen.

Sonnenstrahlen im Herbstwald

Nah heran – Details im Blick!

Die Herbstzeit ist auch Pilzzeit, Ideal also um sich auf dem Waldboden etwas genauer umzusehen und neben einem guten Foto, bei entsprechenden Pilzkenntnissen eine Mahlzeit mit nach Hause zu bringen.

Pilz am BaumstumpfUm die Details möglichst groß aufzunehmen sollte man so nah wie möglich an das zu fotografierende Objekt heran. So das die Kamera das Objekt gerade noch scharfstellen kann. Viele Kameras bieten auch einen Makro-Modus an der sich meist durch ein Blumensymbol irgendwo im Menü versteckt. Oder ihr nutzt direkt ein Makro-Objektiv, was auf diese Art der Fotografie ausgelegt ist. Weiterhin ist es gut, wenn man das fotografierende Objekt von der Umgebung freistellen kann, ein Pilz beispielsweise schaut ja immer etwas aus dem Boden hervor. Wenn man sich nun in Augenhöhe des Pilzes begibt und nicht von oben herab fotografiert, gelingt es einen einfach der Blick nur auf den Pilz zu lenken und die Umgebung bzw. im Hintergrund unscharf verschwimmen zu lassen. Unterstützend wirkt dabei eine soweit wie möglich öffnete Blende, z.b. f 2,8.

Blätterstrudel – Bewegung einfangen!

Blätterstrudel durch 30s BelichtungszeitWenn die Blätter fallen, fallen sie auch in den ein oder anderen Fluss und werden davon getrieben. Hin und wieder finden sich im Flussbett einige Hindernisse, welche das Laub wie in einem Strudel rotieren lassen. Erhöht man die Belichtungszeit, wird das ganze auf dem Foto sichtbar. Am besten eine hohe Blende einstellen ( f 13-22), einen Polfilter und / oder ND-Filter zur Verdunklung oder einfach die Morgen- oder Abenddämmerung nutzen, damit man auf möglichst lange Verschlusszeiten kommt. Hierfür benötigt man ein Stativ oder zumindest einen Untergrund, der die Kamera verwacklungsfrei hält. Das Gleiche kann man auch mit Blättern, die vom Baum fallen oder die man selbst in die Luft geworfen hat probieren.

Warme Sonne – zur goldenen Stunde!

Blätter als ScherenschnittWenn die Sonne zum Sonnenauf- oder Untergang nur kurz über dem Horizont steht ist ihr Licht nicht nur viel weicher sondern auch wärmer. Fotografiert man mit der Sonne im Rücken verstärkt das die Herbstfarben zusätzlich. Aber auch Gegen die Sonne kann man farbenfrohe Bilder aufnehmen, auch wenn man die Sonne selbst nicht im Foto hat. Hier ein ein kleines Tool, das zu jedem Ort die Zeiten der Goldenen Stunde errechnet.

Aus der Stadt – raus aufs  Land!

Baumkronenpfad im Nationalpark HainichAls kleinen Reisetipp für den Herbst kann ich nur den Nationalpark Hainich in Thüringen empfehlen. Dort gibt es halben Kilometer langen Baumkronenpfad. Dieser entführt sie vom Waldboden und verschafft ihnen einen völlig neuen Blickwinkel, zuerst durchlaufen sie den Blätterwald, schließlich erklimmen sie den 44 Meter hohen Turm und haben einen Rundumblick über den Wald und bei gutem Wetter zum Thüringer Wald und zum Harz. Der Baumkoronenpfad ist bis Ende Oktober von 10 – 19:00 Uhr geöffnet, von November bis März dann von 10 – 16:00 Uhr. Im Oktober lässt sich somit der Sonnenuntergang über dem Herbstwald dort erleben.

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