Die sächsische Landeshauptstadt habe ich schon öfter besucht als das näher gelegene Weimar. Jetzt habe ich in Dresden auch meine erste Nacht direkt im Zentrum verbracht. Der Wetterbericht sagte für den ersten Tag Sonne und Wolken, für den Folgetag Sonne pur voraus. Dies gepaart mit einer kleinen Shoppingtour um z.B. einen Rucksack für den Sommer zu kaufen, ließen mich ins Auto steigen und die ~200 km gen Osten fahren.

vor der HofkircheIn Dresden hab ich das Auto im recht günstigen Parkhaus der Centrum-Galerie für 3,50€ pro Tag abgestellt, in der Unterkunft eingecheckt und hab mich ins Getümmel geworfen. Das neue Sortiment vom Globetrotter, ganz besonders ein Fotorucksack zog mich an wie ein Magnet. In dem Laden gibt es scheinbar alles was man braucht oder auch nicht, man kann zum Beispiel essbare Insekten kaufen, entweder auf einer Schokolade als Garnitur oder so zum rösten. Ich war wie erwähnt schon das ein oder andere Mal in Dresden, habe bisher aber die vorhandenen Einkaufstempel nicht betreten. Was soll ich sagen, ich wusste gar nicht was es alles für Modegeschäfte gibt. Die Auswahl und Größe ist mir bisher völlig neu gewesen.

Zum Glück hat Dresden auch seine stillen Orte. Wie der Innenhof des Dresdner Residenzschloss, hinter dem Fürstenzug zum Beispiel, an den die zwei folgenden Bilder entstanden.

Säulengang

ResidenzschlossDer Hof ist, wenn mich mein Gedächtnis nicht trübt von 7 – 20 Uhr geöffnet. Als ich abends kurz vor 20 Uhr hier noch einen Besuch abstattete, fotografierten im Säulengang einige Frauen mit Blitz. Recht professionell, lag die Fotografin auf dem Boden, eine andere hielt den Reflektor, wieder eine einen Blitz. Die jungen Frauen fotografieren hier im Abendlicht der Stadt einen kleinen Mops. Die paar Leute, die sich zu dieser Stunde noch in den Hof fanden, zogen sie damit zu sich wie die Motten vom Licht.

Fürstenzug Dresden

Den Fürstenzug habe ich auch von außen auf den Sensor gebannt. Die Variante mit Frauenkirche im Bild habe ich ja schon, deshalb hier eine etwas andere Perspektive. Ich mag die Lampen die Dresden verzieren, somit mussten die mit auf das Bild. Weiter ging es dann in Richtung Elbe auf die Augustusbrücke.

Elbpromenade

Die Brücke überquert und an der anderen Seite zum Elbeufer entstand unter der Augustusbrücke folgendes HDR-Bild.

unter der AugustusbrückeMit so wenig Wasser in der Elbe habe ich zwar nicht gerechnet aber das beschenkt mich mit einer sonst unmöglichen Perspektive. Auch zwei andere Fotografen waren hier zu Gange. Die im Wetterbericht angekündigte Mischung aus Sonne und Wolken entpuppte sich als hochnebelartgie Bewölkung mit kleinen Lücken direkt über meinem Kopf, sodass nur die Mondsichel zu sehen war. Tiefe Wolken sorgen in Zusammenhang mit einer pulsierenden Stadt aber dafür, dass es keine blaue Stunde im eigentlichen Sinne gibt. Es fehlt durch die Sicht auf den Himmel einfach das erhoffte Blau, stattdessen erhellen die Lichter der Stadt die Wolken.

HofkircheDie Füße voll Dreck des Elbeflussbetts befreit, bin ich zurück in die Altstadt, am Säulengang vorbei zur Frauenkirche. Mit Stativ unter der Kamera wird man hier unweigerlich angesprochen von anderen Passanten. „Mit Stativ haben sie nicht solche Wackelbilder wie ich“ oder „Darf ich da meine Kamera auf ihre legen für ein Bild?“.

Frauenkirche NachtsBeim Belichten für obiges Bild kam auch ein paar auf mich zu und frage mich, was ich hier den mache. Die Frauenkirche fotografieren antwortete ich, darauf hin der Mann, das man sie hier doch gar nicht richtig sieht. Dann poppte das fertige Foto auf dem Kameradisplay auf. Der Frau hat es gleich gefallen, dem Mann ehr nicht so. Jeder wie er mag eben ;-). Dann bin ich so langsam  in Richtung Unterkunft geschlendert. Am nächsten Morgen klingelte der Wecker im Handy um kurz vor 6 Uhr. Die Hoffnung war, vielleicht jetzt auch die blaue Stunde und den Sonnenaufgang mitzunehmen. Blick aus dem Fenster sagte mir aber, das ich zurück ins Bett kann. Dichter Nebel zog durch die Straßen. Nach einer weiteren Stunde zog es mich trotzdem raus in die Stadt.

Morgennebel in DresdenDer Nebel war noch da, nur die Nacht ist gegangen aber ich nutze die Gelegenheit um die Einkaufsmeile abzulichten. Zu der frühen Stunde sind die Straßen wie leergefegt, nur die Stadtreinigung und einige Warenanlieferer waren zu sehen, wo sich abends voraus noch hunderte Menschen tummelten.

Kinogebäude DresdenBeim erstbesten Bäcker deckte ich mich für den Tag ein und kam so noch billiger Weg, als nur das Frühstück in der Unterkunft. Frühstück im Bett, ausgechekt und das Gepäck im Auto verstaut ging es zum Frühsport. Diesmal in Form einer Turmbesteigung. Das Ziel hatte am frühen Morgen mit lautem Glockenspiel selbst auf sich aufmerksam gemacht – die Kreuzkirche. Für 2 bzw. 3€ darf man sich die unzähligen Stufen den Turm hinaufmachen, um von oben das langsam erwachende Dresden zu bewundern. Der Nebel ist mittlerweile etwas gewichen und gab folgende Blicke preis:

Dunst oder Nebel?Blick auf die Frauenkirche von der KreuzkircheFrauenkirche und Dresdener AltstadtDann ging es raus aus Dresden zur Moritzburg. Diese liegt nur wenige Kilometer nördlich von Dresden. Man fährt hier im gleichnamigen Ort direkt gerade darauf zu. Am Straßenrand gab es neben dem kostenpflichtigen Parkplatz kostenfreie Parkbuchten für eine Stunde Aufenthalt. Genug für mich um ein paar Meter am Seerand entlangzulaufen und ein paar Schnappschüsse zu machen.

Moritzburg mit perfekter Spiegelung

Moritzburg

7 Responses
  1. Einfach nur stark, wirklich gute Reportage und (natürlich) Bilder vom Feinsten. Bin gerade auf der Suche nach einer ordentlichen Vollformat-Kamera. Die a7 von Sony hat wegen des Fehlens von nativen Objektiven ihre Probezeit bei mir nicht bestanden. Ich schwanke zwischen Nikon und Canon Vollformat (6D und D610). Hatte ewig Canon und würde auch gerne zugreifen. Gibt es nach Deiner Erfahrung Negatives über die 6D zu berichten? Würde mich über ein kurzes Statement von Dir freuen. VG Ronald

    1. Steffen

      Danke, für das Lob, einige dieser Bilder sind ebenfalls für den nächsten Kalender vorreserviert. Die 6D, ist nicht mit allen Fremdakkus und Zubehör von Drittanbietern kompatibel. Was mich an der 6D stört ist, dass es beim GPS nicht eine Einstellung gibt, das es gleich beim Anmachen der Kamera aktiviert und beim ausschalten deaktivert wird. So hab ich schon einige Akkuladungen über Nacht verloren. Ich hab keinen Vergleich zu anderen Vollformatkameras aber ich würde die 6D wieder kaufen, nur ein Klappdisplay würde ich noch anbringen. Könntest sie auch mal ausprobieren wenn wir uns Treffen.

  2. Gute Idee. Ich würde schon lieber mal einen Blick darauf werfen, bevor ich mehr als ein Kilo Euro hingebe. Zumal auch noch einige Objektive dazu kommen müssen, denn die ausgesprochenen APS-C Objektive wie das Tamron 17-50 passen dann nicht mehr. Wann und Wo könnte ich Dich heimsuchen, Ort und Zeit ist bei mir flexibel: ob Saalfeld, Jena, Bad Blankenburg, Kleingölitz spielt erst einmal keine Rolle. Schreib mir mal eine Mail, wann es Dir möglich wäre mir ein paar Minuten zu opfern. Eventuell beim nächsten Stammtisch im Töpferstübel?

  3. Da ich schon dreimal in Dresden war und auch viel fotografiere (sh. mein Blog), haben mich die Fotos sehr angesprochen, vor allem die Nachtbilder.
    Nur ist es leider so, und das habe ich bei anderen Bloggern auch immer wieder leider feststellen müssen, dass man oftmals das Gefühl hat, dass viele der deutschen Sprache nicht mächtig sind.
    Ich bin gelernter Schriftsetzer, dann hat man ein Gefühl dafür, aber ich musste manche Absätze Ihres Blogs mehrfach lesen, um sie überhaupt zu verstehen.
    Am besten vorher einmal Korrektur lesen lassen.

    1. Steffen

      In der Tat ist das nicht optimal, es wäre vielleicht besser ihren Rat zu folgen. Allerdings kenne ich niemander der diesen Part auf dauer übernehmen würde.
      Ich habe den Text eben überflogen und eins – zwei Korrekturen vorgenommen.

  4. Können Sie mir ruhig zumailen und ich schicke sie Ihnen korrigiert wieder zurück, habe ich in frühen
    Jahren meiner damaligen beruflichen Tätigkeit oft gemacht, bzw. machen müssen.

    MfG

    Th. Roth

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