Auto-Lichtstreifen durch Langzeitbelichtung

Im heutigen Beitrag gibt es ein paar Fototipps zum Fotografieren von Auto-Lichtspuren. Erst letztens hatte ich unerwartet wieder die Gelegenheit meine Landschaftsaufnahmen durch die Fahrtlichter der Autos aufzupeppen. Ich war im Thüringer Wald unterwegs und befand mich nach dem Sonnenuntergang schon auf dem Rückweg, da sprang mir die Bildidee direkt ins Blickfeld.

Blick über den verschneiten Thüringer Wald
Fahrt durch den Winterwald

Als Voraussetzung sollte klar sein, das es dunkel ist, sodass die Autos mit Licht fahren. Perfekt ist der Zeitraum der blauen Stunde vor Sonnenaufgang bzw. nach Sonnenuntergang. Bei Aufnahmen in tiefster Nacht läuft man Gefahr, das man außer den Fahrlichter nichts von der Umgebung auf dem Foto sieht und man nur Striche auf dem Foto hat. Wenn es nicht anders geht könnte man sich mit HDR-Technik aber aushelfen. Die Fotos hier sind aber alle mit einer einzigen Belichtung entwickelt. Als weitere Voraussetzung für solche Aufnahmen braucht man einen festen Kamerauntergrund, am geeignetsten ist ein Stativ aber ein Brückengeländer funktioniert genauso gut. Dann sollte eure Kamera zu Langzeitbelichtungen in der Lage sein, von einigen Sekunden bis zu einer halben Minute wäre Ideal. Für längere Belichtungen benötigt man in den meisten fällen einen Fernauslöser.

Langzeitbelichtung eines Fahrzeuges mit Licht, das über eine Staumauer fährt
Fahrzeug auf der Staumauer

Nun zur Vorgehensweise; man wählt einen Kamerastandpunkt, an dem die Scheinwerfer am besten nicht direkt in die Kamera strahlen. Das führt bei sehr vielen Objektiven zu unschönen Blendeffekten. Gut geeignet sind Brücken über viel befahrene Straßen, Anhöhen oder der Blick von einem Haus runter auf die Straßen der Stadt. Die Kameraeinstellungen solltet ihr an die Zeit anpassen, die ein Fahrzeug zum durchqueren eures Bildausschnittes braucht. Je nachdem ob ihr weiter weg steht oder näher dran seit kann diese von einigen Sekunden bis zu einigen Minuten variieren. Aufnahmezeiten in Minutenlänge erfordern zum Beispiel Aufnahmen kurvenreicher Passstraßen in den Alpen. Wichtig ist, das die Belichtungszeit als feste Größe einzustellen ist. Erst dann sollte man die Blende (F) und die ISO/ASA der Kamera einstellen, das das Foto nicht unter- und überbelichtet wird.

Außerdem sollte man beachten, das man es zur blauen Stunde mit wechselndem Licht zu tuen hat. Abends wird es eben von Foto zu Foto dunkler, worauf man die Blende weiter öffnen oder die ISO/ASA erhöhen sollte. Natürlich kann man die Belichtungszeit auch erhöhen, nur senken sollte man sie nicht oder die Lichtspur hört mitten im Bild auf.

Blick über den verschneiten Thüringer Wald
Lichtspuren im Thüringer Wald

Die Fahrzeuge bewegen sich für derartige Belichtungen zu schnell um selbst auf dem Foto zu erscheinen und erscheinen „unsichtbar“. Auch Fußgänger verwischen oder verschwinden, wenn man lange Zeit belichtet und sie sich bewegen. Da sie jedoch langsamer als Auto unterwegs sind muss man hier länger Belichten um sie „auszublenden“.

Der Winter eignet sich besonders für solche Aufnahmen. Zum einen wird es früher dunkel oder morgens später hell, sodass zur geeigneten Uhrzeit mehr Verkehr auf den Straßen ist als im Hochsommer. Zum Anderen sorgt eventuell liegender Schnee dafür, das die Landschaft neben den Lichtspuren nicht im Schwarz der Nacht versinkt.

blaue Stunde in Quittelsdorf
Abends in Quittelsdorf

Aber keine Angst, auch wenn es gerade kein Winter ist, gelingen diese Aufnahmen. Mann muss dann allerdings mehr Geduld haben, das ein Auto vorbei kommt. Alternativ kann man ja einen Fahrer mitbringen oder man fotografiert in Städten, da wird immer etwas Verkehr sein.

Elbpromenade
Elb-Promenade
1 Response
  1. Sehr schöne Aufnahmen in der blauen Stunde. Der Kontrast zwischen dem kalten Winter und dunklem Himmel zum warmen orangenen Licht der Autoscheinwerfer ist ein echter Hingucker. Besonders das erste Bild ist absolut gelungen. Ein Poster für die Wand, wie viele Bilder von Dir.

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